Mobilisierung virtuell.
hingehen-zaehlt.de ist nicht allein, im Netz gibt es viele Wähler-Mobilisierungs-Initiativen. Wir haben uns umgesehen und stellen sie vor.
2002 erstmals online, inzwischen ein echter Netz-Klassiker: Der Wahl-O-Mat hilft dabei, die richtige Partei zu finden. Was macht die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) sonst noch?
Nicht viel, mit angestaubte Promi-Botschaften will man „Lust auf Wählen“ machen. Gelungen ist dafür der Wahlwerbespot von Blumentopf, den wir auf hingehen-zaehlt.de bereits vorgestellt haben.
Auf hingehen-zaehlt.de schon öfter ein Thema: Insbesondere junge Menschen bleiben am Wahltag zuhause. Mit der vielbeworbenen Wahlzentrale will meinVZ junge Menschen mobilisieren. Virtuell klappt das schon ganz gut. Offen ist, ob die Sofa-Aktivisten am 27. auch den Weg zur Urne finden.
Mit prominenter Unterstützung ruft politik-digital.de zum Nichtwählen auf. Vorbild für diese Aktion ist Obamas legendäre „Don’t vote“-Kampagne. Nur das die deutsche Adaption nicht recht aufgeht. Das der Aufruf ironisch zu verstehen ist, erschließt sich erst zu spät, in Teil zwei des Clips.
Intensiv diskutiert wird bei den Wahlschleppern, ein Blog rund um Wahlbeteiligung, Wahlrecht und Wahlkampf. Wahlschlepper ist eine beachtenswerte private Initiative, der Blog hat Niveau, ein gewisses politisches Interesse sollte man mitbringen. Inhaltlich wagt man sich auch an grundsätzliche Themen, beispielsweise die Frage, ob Deutschland eine Wahlpflicht braucht.
Mit wahl-fang.de will das Portal politik.de Wähler mobilisieren. Noch überzeugt das Portal vor allem durch umfassende Informationen rund um das Thema Wahl, bald sollen interaktive Elemente folgen. Schon jetzt beantworten Politiker, Prominente und Leute von der Straße die „Ich gehe wählen, weil…“-Frage.
Das ein Info- und Mitmach-Portal Wahlbotschafter bietet einer enorme Fülle an Material zur brandenburgischen Landtagswahl. Die Aufgaben des Landtags werden genauso vorgestellt wie die Kernthemen der kandidierenden Parteien. Regionale Medien unterstützen das Angebot und auch einige Kandidaten nehmen inzwischen aktiv teil.
Am Abend vor der Bundestagswahl lädt Stefan Raab zum Politik-Talk. Man muss wohl kein Prophet sein: Ein Format, das mehr Mobilisierungskraft besitzt als alle anderen Politik-Talks zusammen. Zusätzlich sind auf Raabs Haussender Pro7 kurze Mobilisierungs-Spots der sendereigenen Promis zu sehen. Frischer als die Spots der Bundeszentrale für politische Bildung, doch lange nicht so originell wie Oliver Pochers Auftritt zur EU-Wahl. Seine von der bayerischen Europaministerin finanzierte Aktion war schlau gemacht, humorvoll und dennoch nah dran an gesellschaftlichen Problemen.
Einen originellen Ansatz verfolgt auch die Wechsel-Wähler-WG, zu deren Medienpartnern unter anderem die Freitag Wahlkampfarena zählt. Sechs Unentschlossene diskutieren in Videobeiträgen, wen sie warum vielleicht wählen und weshalb sie Schwierigkeiten haben, sich für eine Partei zu entscheiden. Natürlich findet man die Wechselwähler auch in Social-Networks von facebook bis meinVZ.
Die Fast-Food-Kette McDonald’s und RTL haben einen Wahl-Aufruf mit jungen Abgeordneten aller im Bundestag vertretenen Parteien gestartet. Die Botschaft wird über Restaurant-Tabletts und Social-Networks verbreitet. Na dann guten Appetit. Noch mehr Aufmerksamkeit hat Horst Schlämmer erhalten. Streng genommen handelt es sich nur um die geschickte Vermarktung eines Kinofilms. Dennoch: Horst Schlämmer dürfte mehr Menschen für Politik interessiert haben als so mancher Politiker. Kein Wunder, sein Programm ist volksnah und inhaltlich übersichtlich.
Was denken Sie, wie wirkungsvoll sind die vorgestellten Initiativen? Was funktioniert, was nicht? Ziehen Promis oder originelle Ansätze wie die Wechsel-Wähler-WG?










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